Der Asiatische Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis) ist erstmals auf dem Gebiet der Europäischen Union festgestellt worden. Der ungarische Pflanzenschutzdienst fing im Juni 2026 in Beregsurány an der Grenze zur Ukraine einen einzelnen Käfer in einer Lockstofffalle. Mit dem Nachweis treten die EU-Notfallmaßnahmen in Kraft. Vorgesehen sind eine Befallszone mit 100 m Radius sowie eine mindestens 10 km breite Pufferzone. Die Behörden prüfen nun, ob es sich um einen Einzelfund handelt oder bereits ein Befall besteht. Befallene Eschen sollen bei Bedarf entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Für Österreich hat der Fund direkte Bedeutung. Pflanzen der Gattung Fraxinus sowie Chionanthus virginicus dürfen nur unter strengen Voraussetzungen verbracht werden. Holz aus einem 100-km-Radius um die Befallszone benötigt eine amtliche Bestätigung und muss die einschlägigen EU-Vorgaben erfüllen. Aus dem abgegrenzten Gebiet ist die Verbringung verboten.
Der Schädling stammt aus Ostasien und wurde vor rund 25 Jahren im europäischen Teil Russlands nachgewiesen. Seit 2019 ist er auch in der Ukraine bekannt. Von dort breitete er sich weiter nach Westen aus. Der Fundort in Ungarn liegt rund 500 km vom bisher westlichsten bekannten Befallsgebiet entfernt. Als Hauptwege gelten Eisenbahn- und Straßenverkehr. Das Schadpotenzial ist hoch. Entlang des bisherigen Ausbreitungswegs starben bereits tausende Eschen ab. Ein Befall bleibt oft lange unentdeckt, da die Kronensymptome erst spät auftreten und dem Eschentriebsterben ähneln. Typisch sind D-förmige Ausbohrlöcher und geschlängelte Fraßgänge unter der Rinde.
Österreich verstärkt daher die Überwachung. Im Fokus stehen Verkehrswege und Regionen mit intensiven Warenverbindungen zur Ukraine. Verdachtsfälle sollen dokumentiert und dem amtlichen Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes gemeldet werden.