Baum des Jahres 2027

Gemeine Esche – eine bedrohte Baumart zwischen Krise und Hoffnung

Ein Artikel von Dagmar Holley (für Forstverein Niederösterreich und Wien bearbeitet) | 04.11.2026 - 09:34
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Die Gemeine Esche – Baum des Jahres 2027 © J. Blümle / Baum des Jahres

Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) gehört mit einer Höhe von bis zu 40 m zu den größten heimischen Laubbäumen. Sie wächst vor allem auf nährstoffreichen, gut mit Wasser versorgten Böden und prägt unter anderem Auen- und Bachwälder. Ihre lichte Krone und ihr nährstoffreiches Laub fördern artenreiche Lebensgemeinschaften. Alte Eschen bieten mit Höhlen, Rindenspalten und Totholz zahlreichen Tieren, Pilzen und Flechten wertvolle Lebensräume. Ihr festes und elastisches Holz wird unter anderem für Werkzeugstiele, Sportgeräte, Möbel und Parkett genutzt.

Bereits 2001 war die Esche Baum des Jahres. Seitdem hat sich der Pilz Hymenoscyphus fraxineus, ein aus Ostasien stammender Schlauchpilz, weiter ausgebreitet und zahlreiche Eschen geschädigt oder zum Absterben gebracht. Dennoch gibt es Hoffnung. In betroffenen Beständen finden sich immer wieder Bäume, die dem Krankheitserreger vergleichsweise gut standhalten. Forschungsprogramme wie „FraxForFuture“ und „FraxRecovery“ beschäftigen sich deshalb mit der Suche nach toleranten Eschen, der Sicherung genetischer Ressourcen und der Entwicklung geeigneter Erhaltungsmaßnahmen.

„Die Esche verdeutlicht, wie verletzlich unsere Wälder sind und wie wichtig es ist, ihre biologische Vielfalt zu bewahren. Die verbliebenen vitalen Bäume bieten Anlass zur Hoffnung“, sagt Silvia Breher, Schirmherrin der Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung. Die Baumart steht für die Herausforderungen des Waldschutzes – aber auch für die Hoffnung, dass bedrohte Baumarten durch gemeinsames Engagement eine Zukunft haben.

www.baum-des-jahres.de