„2025 brachte nach mehreren, herausfordernden Jahren auch dank stabiler Rundholzpreise eine notwendige Verschnaufpause“, erklärte LFBÖ-Generalsekretär Martin Kubli. Laut vorläufigen Angaben des Landwirtschaftsministeriums (BMLUK) sowie der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) erwartet der Branchenverband für das Jahr 2025 in Österreich einen Holzeinschlag von rund 19,5 Mio. fm. Das sind 2,65% weniger als im Vorjahr (2024: 20 Mio. fm). Davon entfielen auf Sägerundholz 10,9 Mio. fm (11,2 Mio. fm), auf Industrieholz 5,4 Mio. fm (5,6 Mio. fm) sowie auf Energieholz 3,2 Mio. fm (3,3 Mio. fm). Im Vergleich zum 10-Jahresmittel (2016 bis 2025) von 18,6 Mio. fm ergibt sich ein Plus von 5%. Kubli erwartet für 2025 einen Rückgang des Schadholzanfalls um 30% bis 40% gegenüber dem Vorjahr. 2024 lag die Schadholzmenge in Österreich bei rund 11 Mio. fm, womit 2025 etwa 6,6 bis 7,7 Mio. fm anfallen würden. Für 2026 geht die FHP von einem Holzeinschlag von 19,8 Mio. fm aus.
Die Schnittholzproduktion in Österreich lag 2025 mit 9,7 Mio. m³ auf dem Niveau des Vorjahres. Der Rundholzeinsatz lag bei 15,9 Mio. fm (16 Mio. fm). Mit 6,21 Mio. m3 erreichten die heimischen Schnittholzexporte 2025 den höchsten Wert seit 2008. Die Importe beliefen sich auf 1,58 Mio. m3.
Belastung Kosten, Klima und Marktzyklen
Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich (LFBÖ) sowie Martin Kubli, LFBÖ-Generalsekretär präsentierten das Wirtschaftsjahr 2025 zwischen Stabilität und steigenden Herausforderungen (v. li.) © Philipp Matzku
Trotz der positiven Entwicklung zeigt sich aus Sicht der LFBÖ eine strukturelle Herausforderung für die Forstbetriebe. Die Holzerntekosten haben sich in den vergangenen fünf Jahren (2019 bis 2024) um 22% erhöht und lagen laut Forstbericht 2024 des BMLUK bei 36,15 €/fm. Die Gesamtkosten sind im Berichtszeitraum um 35% gestiegen. Besonders deutlich fällt der Anstieg bei den Waldbaukosten aus, die seit 2015 (Index = 100%) um mehr als die Hälfte zugelegt haben.
Parallel zum Kostenanstieg stehen die Forstbetriebe unter wachsendem Druck durch den Klimawandel. Waldumbau, intensivere Pflege und Investitionen in klimafitte Bestände erhöhen sowohl den Anpassungsbedarf als auch die Kosten. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen investieren die Betriebe stark in den Wald der Zukunft, wobei der Waldfonds eine zentrale Rolle spielt. „Der Waldfonds ist eines der wirksamsten Instrumente, um die Anpassung unserer Wälder aktiv zu unterstützen. Er muss fortgeführt werden“, stellte LFBÖ-Präsident Konrad Mylius klar.
Die Niederschlagsmenge lag 2025 um 14% unter dem langjährigen Mittel. Nach einem eher trockenen Frühling war der Juli „ein Gamechanger“ erklärte Kubli. Im Juli 2025 lag der Niederschlag um 42% über dem 10-Jahres Mittel. Im 1. Quartal 2025 wurden die Kalamitäten des Vorjahres aufgearbeitet. Vor allem das Hochwasser im September 2024 ist hier zu nennen. Im 2. Quartal gab es ein abwartendes Einschlagsverhalten, da die Säge- und Holzindustrie größtenteils gut mit Sägerundholz versorgt war. Im 3. Quartal erfolgten Plannutzungen, sowie verstärkt 1. und 2. Durchforstungen. Im 4. Quartal kam es auch aufgrund der steigenden Rundholzpreise zu einer starken Holzmobilisierung. „Im 1. Quartal 2026 ist die Holzindustrie gut mit Sägerundholz versorgt, nahezu alle Waldlager sind voll. Gleichzeitig führt die weltpolitische Lage zu gestörten Lieferketten und kurzfristig einbrechenden Absatzmärkten. In der Folge sinken die Rundholzpreise leicht, wie bereits seit Februar zu beobachten ist“, erklärte Kubli. „Wenn es der Holz- und Sägeindustrie gut geht, geht es der Forstwirtschaft gut“, bemerkte Mylius.
Bei der im Februar durchgeführten Mitgliederbefragung der Land&Forst Betriebe Österreich zum wirtschaftlichen Ausblick 2026 erwarten 22% eine positive Entwicklung für das laufende Jahr, 23% eine negative Entwicklung, während 55% neutral bleiben. Im Vorjahr waren noch 30% positiv und 14% negativ gestimmt.
EU-Regulierungen erhöhen Unsicherheit
Die politischen Rahmenbedingungen sorgen zusätzlich für Unsicherheit in der Branche. Besonders kritisch sehen die Land&Forst Betriebe Österreich die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die trotz mehrfacher Verschiebungen weiterhin als unausgereift gilt. Zwar wird das Ziel der Regelung grundsätzlich unterstützt, in der Praxis führt sie jedoch aus Sicht des Verbandes zu zusätzlicher Bürokratie und Unsicherheit, ohne in Europa einen relevanten Mehrwert beim Entwaldungsschutz zu bringen.
Auch die EU-Renaturierungsverordnung (EU Nature Restauration Law) wird kritisch gesehen, da zahlreiche Maßnahmen vorgegeben werden, deren konkrete Umsetzung und Finanzierung noch offen sind. Besonders problematisch ist aus Sicht von Mylius eine mögliche Finanzierung über bestehende Agrarmittel, da dies zusätzliche Belastungen für die Land- und Forstwirtschaft mit sich bringen könnte. Derzeit stehen Österreich aus Brüssel rund 9 Mrd. € an Agrarförderungen zur Verfügung, für den Zeitraum 2028 bis 2034 sind jedoch nur noch 6,8 Mrd. € vorgesehen. Der LFBÖ-Präsident spricht sich daher klar dafür aus, die Finanzierung der Verordnung nicht aus demselben Budgettopf wie die übrigen Agrarmittel zu bestreiten.